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Bildhauer Alfred Hrdlicka im Alter von 81 Jahren gestorben

Alfred Hrdlicka steht, wie viele der großen zeitgenössischen Kunstschaffenden seines Landes, für tiefe Brüche in der österreichischen Gesellschaft. Immer wieder thematisierte der Bildhauer, Maler, Grafiker und Schriftsteller das menschliche Leid und arbeitete gegen Unterdrückung, Totalitarismus und Faschismus an.

Alfred Hrdlicka bei seinem 80. Geburtstag

Dass er sich dabei gelegentlich als Kommunisten oder Stalinisten bezeichnete, ist nicht nur, aber auch seiner Familiengeschichte geschuldet. Seinen Vater, einen kommunistischen Gewerkschaftsfunktionär, schickten die Nazis für Jahre in die Zwangsarbeit. „Ich gebe es zu, ich hab's der Welt nie leicht gemacht, ich war unausstehlich. Aber was soll ich machen, ohne Widerstand sumpert man ja nur so dahin. Ich bin nun mal ein Mann des Widerstands”, sagte er der Zeit in einem Interview zum 80. Geburtstag. Manche politische Äußerung Hrdlickas aus den vergangenen Jahrzehnten klingt damals wie heute schier unsäglich.

Tiefes Interesse an Heiliger Schrift

Der Künstler hatte ein tiefes Interesse an der Heiligen Schrift und kannte sie vertraut. Es gibt eine Anekdote aus seiner Kindheit. Eine Jugendfreundin legte eine Bibel vor seine Tür, läutete und lief davon. Hrdlicka nahm und las, und bis ins Alter schien er manchmal besessen von der Bibel und fand sie das spannendste Buch aller Zeiten.

In einem Interview-Buch zum Geburtstag 2008 ging er auf die Verfehlungen ein, die der Kirche im Laufe der Zeit eingefallen seien. Und doch lobte er das spekulative Denken des Christentums „als Selbstschutz gegen die Geistlosigkeit, die so sehr verführerisch ist”. Wegbegleiter berichteten, dass sich Hrdlicka in bestimmten Situationen bekreuzige. Und seine Frau nannte ihn einen „Rückversicherer”.

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